In Berlin hat am Abend im Beisein von Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel ein bewegender Gedenk-Gottesdienst in der Gedächtniskirche stattgefunden. In jener symbolträchtigen Kirche, die nur 20 Meter vom Anschlagsort entfernt liegt. Viele Berliner trauern. Medienvertreter aus der ganzen Welt berichten. Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz war am Montagabend ein Lkw 50 bis 80 Meter lang durch die Menschenmenge gefahren. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, 49 wurden zum Teil schwer verletzt. Generalbundesanwalt Peter Frank geht von einem terroristischen Hintergrund aus, das sagte er auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Die Polizei hatte am Vorabend auch bereits einen 23-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Dienstagmittag kamen aber Zweifel auf, dass der Festgenommene der tatsächliche Täter ist, so Polizeipräsident Klaus Kandt. An ihm seien keine Schmauchspuren gefunden worden. In der Flüchtlingsunterkunft am früheren Berliner Flughafen Tempelhof hatte die Polizei in der Nacht bei einer Razzia ein Mobiltelefon beschlagnahmt. Die Auswertung des Telefons sei noch nicht abgeschlossen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gemeinsam mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundesinnenminister Thomas de Maizière bereits am Nachmittag besucht und sich den Anschlag vor Ort erklären lassen. Auch der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller besuchte den Anschlagsort.

Die Flaggen in Deutschland wehen auf Halbmast, alle Weihnachtsmärkte in Berlin schlossen aus Solidarität. Die deutschen Innenminister besprachen sich. Die Sicherheitslage wurde erhöht wurde neu eingeschätzt und erhöht. Am berühmten Dresdner Weihnachtsmarkt wurden zusätzliche Poller aufgestellt.

Jetzt laufen die Ermittlungen der Behörden auf Hochtouren. Die Frage bleibt: Wo ist der Täter?  

 

 

Foto: Inside Wirtschaft