Von Manuel Koch 

Brexit, Trump und Regulierungen – was wird das Jahr 2017 aus Sicht der Banken bringen? Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, hat zwar beim Neujahrsempfang in Berlin eine kräftige Portion Zuversicht mit dabei, aber Sorgen gibt es auch. 

„Europa wirft mehr Fragen als Antworten auf. Wir sehen einen Kontinent, der viel zu bieten hat, aber wenig daraus macht. Einzelne Länder müssen stärker in die ökonomische Attraktivität investieren. Und bei Trump muss man mal abwarten. Wir erwarten nicht, dass das Rad komplett zurückgedreht wird“, so Kemmer.

Angesichts einer steigenden Inflationsrate spricht sich der Bankenverband für einen Kurswechsel bei der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank aus: „Wir sehen ein deutliches Signal, dass die Deflationsangst der EZB unbegründet ist. Die EZB hat aber ihr Pulver verschossen. Die Maßnahmen können ihre Wirkung nicht mehr entfalten. Negative Nebenwirkungen entstehen. Wir sind für einen vorsichtigen Kurswechsel. Das würde der Wirtschaft in Europa insgesamt gut tun.“ 

Kemmer betonte, dass die deutschen Banken sich auf den Brexit eingestellt hätten. Es werden keine größeren Probleme entstehen, die Geschäfte in Großbritannien aufrechtzuerhalten. „Der Finanzplatz Frankfurt kann vom Brexit profitieren. Europa insgesamt wird davon aber nicht profitieren, weil die Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien leiden.“

 

 

 

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