Deutschland

Manuel Koch (Inside Wirtschaft): „Dividenden sind der entscheidende Renditetreiber im Dax”

Der Dax hat zu Jahresbeginn erstmals die Marke von 25.000 Punkten überschritten. Wir schauen auf wichtige Punkte, die Anleger jetzt wissen sollten. „Der absolute Punktestand sagt wenig über eine Überbewertung aus. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Aktienkursen und Unternehmensgewinnen. Aktuell liegt das Dax-KGV bei rund 15,7. Damit ist der Index höher bewertet als im historischen Durchschnitt. Unter den Unternehmen, die seit Beginn im Dax vertreten sind, hat sich Siemens am besten entwickelt. Der Kurs ist seit 1988 um mehr als 2200 Prozent gestiegen. Rechnet man die Dividenden hinzu, ergibt sich sogar ein Plus von über 5600 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen Jahresrendite von rund 11,6 Prozent. Besonders viel Börsenwert vernichtet haben die Deutsche Telekom und Volkswagen”, so Manuel Koch. Der Inside Wirtschaft-Chefredakteur weiter: „Dividenden sind der entscheidende Renditetreiber im Dax. Rund 62 Prozent des gesamten Wertzuwachses stammen aus wiederangelegten Ausschüttungen. Ohne Dividenden hätte sich der Index deutlich schwächer entwickelt. Das erklärt auch, warum der Dax als Performance-Index international besser aussieht als viele reine Kursindizes.” Alle Details im Video von der Frankfurter Börse und auf https://inside-wirtschaft.de

Manuel Koch (Inside Wirtschaft): “Deutschland hat strukturelle Probleme”

Die Bundesregierung schiebt das schwache Wachstum der deutschen Wirtschaft gerne auf die hohen Energiepreise. Doch eine IWF-Analyse zeigt, dass das Land viel tieferliegende Probleme hat. “Es gibt vorübergehende Probleme wie Energiepreise und strukturelle Probleme. Und da müsste es grundlegende Reformen geben. Die Produktivität ist schleppend und die Bevölkerung überaltert”, sagt Manuel Koch. Der Chefredakteur von Inside Wirtschaft weiter: „Der IWF hat zur Verbesserung drei Vorschläge…” Alle Details im Interview von der Frankfurter Börse und auf https://inside-wirtschaft.de

Robert Halver (Baader Bank): “Deutschland ist schon der kranke Mann Europas”

Die Sorgen um den Standort Deutschland nehmen zu. Nicht nur, weil Deutschland eine konjunkturelle Schwächephase erlebt. Das viel größere Problem sind die strukturellen Schwächen der größten europäischen Volkswirtschaft. Wird Deutschland wieder zum „kranken Mann Europas“? “Wir sind schon der kranke Mann Europas, wenn man so schwach wächst. Das Problem ist, der Staat macht etwas und stellt fest es funktioniert nicht und meint dann diese Fehler mit noch mehr Interventionismus heilen zu müssen. Das sehen wir z.B. an der Energiepolitik. Wir haben die höchsten Energiepreise der Welt, aber wir schalten billige Energieträger ab”, so Robert Halver (Baader Bank). Alle Infos im Interview von Inside Wirtschaft-Chefredakteur Manuel Koch und auf https://inside-wirtschaft.de

Bundespräsident a.D. Christian Wulff im Salon Schinkelplatz: “Das ist für mich ein totales Alarmsignal”

Bundespräsident a.D. Christian Wulff (63) hat sich im 90-minütigen Salon Schinkelplatz ausführlich Zeit für die Fragen von Manuel Koch und den Zuschauern vor Ort genommen. Im Gespräch mit dem Inside Wirtschaft-Gründer geht Wulff auf dringende gesellschaftliche und politische Entwicklungen unserer Zeit ein. “Ich kann jetzt als ehemaliger Präsident an ganz vielen Stellen wirken mit dem Vorteil, dass nicht immer ein ganzer Tross von Journalisten dabei zuguckt”, sagt der Altpräsident (2010-2012). Was macht er heute? “Ich reise sehr viel zwischen meiner Anwaltskanzlei in Hamburg, meinem Wohnort mit der Familie bei Hannover, meinem Büro in Berlin als Altpräsident. Ich mache sehr viel im ehrenamtlichen Bereich – unter der Überschrift für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.” Wie hoch ist der Ehrensold? “Da bekommt man etwa 11.500 Euro im Monat netto. Damit wird alles, was man im Leben politisch gemacht hat, verrechnet. Ich finde das dann angemessen, wenn man sich nicht auf die faule Haut legt, sondern sich für die Demokratie verantwortlich fühlt. Ich vertrete häufig die Bundesregierung oder den Präsidenten bei Anlässen im Ausland.” Könnte der nächste Präsident denn endlich eine Präsidentin werden? “Ich glaube schon, dass alles dafür spricht und man sich nächstes Mal umschauen wird und dann sehr schnell feststellt, dass es großartige Frauen in Deutschland gibt.” Wie findet der Bundespräsident a.D. die Aktionen der “Letzten Generation”? “Ich finde es ziemlich daneben Methoden anzuwenden, die dem Thema eher Feindschaft zur Folge bringt als mehr Freunde zu gewinnen. Man sollte sich sowieso an Recht und Gesetzt halten.” Wie bewertet Wulff die starken Umfragewerte der AfD? “Das ist für mich ein totales Alarmsignal. Wir brauchen Leute, die sich in der Mitte der Gesellschaft auch für Minderheiten engagieren.” Im Rückblick auf seine Präsidentschaft – hat Wulff geahnt, dass der Satz “Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland” so eine Kontroverse weit über seine Rede vom 3.10.2010 auslösen wird? “Ja, ich wusste, dass es eine unglaubliche Zuspitzung ist. Weil ich es am Tag der Deutschen Einheit zum 20. Jubiläum der Deutschen Einheit als Bundespräsident gesagt habe.” Wulff brachte 2014 sein Buch “Ganz oben, Ganz unten” heraus, in dem er ausführlich seine Präsidentschaft und die Hintergründe seines Rücktritts schildert. Jetzt hat sein Widersacher von damals – der ehemalige BILD-Chefredakteur Kai Diekmann – das Buch “Ich war Bild” veröffentlicht. Hat Wulff das Buch gelesen? “In Teilen hab ich es gelesen. Ich wundere mich, wenn ich einen finde, der es ganz liest. So wenig dazu gelernt, so viel Selbstbeweihräucherung, so wenig Selbstreflexion.” Das Interview wurde am 12.6.2023 beim Salon Schinkelplatz in Berlin geführt und wird in voller Länge ohne Kürzungen gesendet. Alle Infos auf https://www.salon-schinkelplatz.de und https://inside-wirtschaft.de

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